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Motocross 1. Mai 2022: Spektakulärer Neustart

Roland Beyer • 3. Mai 2022

Hochkarätige Sidecarteams aus den Niederlanden und Belgien begeistern die Zuschauer bei der 69. Auflage des Motocross am Maifeiertag.

Nach den Enttäuschungen in den letzten beiden Jahren, als das Motocross am 1. Mai wegen der Corona-Maßnahmen zwangsläufig abgesagt werden musste, konnte jetzt im dritten Versuch die Geschichte der beliebten Traditionsveranstaltung fortgeschreiben werden.
Am Renntag: Ideale Wetterbedingungen für das Racing. So wurden ca. 3000 Motorsportfreunde Zeugen von rasanten und spannenden Rennen, insbesondere um die Deutsche Meisterschaft der Seitenwagen.

Mammutaufgabe bei der Instandsetzung des Eyller-Berg-Kurses

Bis es soweit war, hatten die Bahnbauer des Motorclubs eine Mammutaufgabe mit der Herrichtung der zugewachsen Piste, die in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, zu vollbringen. In Sachen Amphibienschutz stand mit Otto Sartorius vom NABU ein kompetenter Berater zur Seite.

Aber auch am Renntag gab es viel zu tun, ob beim Staubbinden auf der trockenen Rennstrecke oder beim Durstlöschen an den Pavilons und im Festzelt.

Die Sportleitung vom ADAC Motorclub Kamp-Lintfort hatte für die Motorsportfans nach der langen Auszeit ein Rennprogramm mit Solorennen wie auch den spektakulären Seitenwagen – inklusive nostalgischem Rückblick beim Vintage-Cross der Gespanne - zusammengestellt.

WM-Stars Marvin Vanluchene/Robbie Bax und Etienne Bax/Ondrej Cermák gaben in der dritten DM-Runde der Sidecars den Ton an.

Besser konnte es für die Zuschauer nicht laufen. Die Vizeweltmeister von 2021, Vanluchene/Bax, fordern die aktuell in der WM Führenden Bax/Cermák zum Schlagabtausch. Womit nicht unbedingt zu rechnen war: Mit einem klaren Doppelsieg ging Platz 1 der Tageswertung an das belgisch-holländische Duo Vanluchene/Bax. Etienne Bax, mit anderen Beifahrern mehrfacher Weltmeister, tat sich bei den Starts etwas schwerer und musste sich zunächst auf die zweite Position vorkämpfen. Viele spektakuläre Attacken die Führung zu übernehmen, wurden allerdings bis zum Schluss abgewehrt.

Ein weiteres niederländisches Team hatte zunächst Aussicht auf den dritten Gesamtrang. Doch technische Probleme im zweiten Lauf warfen sie zurück, sodass ihre Landsleute Thom van de Lagemaat/Robbe de Venne mit auf das Podium für die Tageswertung steigen konnten. Auf Lange Sicht ging es um die DM-Platzierungen.

Ausländische Teams bekommen zwar Wertungspunkte für die Deutsche Meisterschaft, spielen aber für die Endabrechnung keine Rolle, da etliche Top-Teams nur sporadisch an der Serie teilnehmen.

Unter diesem Aspekt sammelten Joachim Reimann/Martin Betschart die meisten Punkte. Das deutsch-schweizerische Duo hatte den zweiten DM-Lauf in Hänchen ausgelassen und konnte sich nun mit dem vierten Gesamtrang in die Top-10 vorkämpfen. Die Titelfavoriten Benjamin Weiss/Patrick Schneider zeigten im ersten Lauf mit einem dritten Rang ihre Klasse. Im zweiten Lauf brachte ein misslungener Start mit P8 ein weniger zufriedenstellendes Ergebnis. Runden lang lieferten sich die Österreicher mit dem Vizemeister Adrian Peter eine harte Auseinandersetzung, der am Ende aber die Oberhand behielt.

Lokalmatador und DM-Neuling Jan Hoormann und sein belgischer Partner Andy Schlinnertz zeigten in dem illusteren Starterfeld eine tadellose Leistung, punkteten zweimal kräftig, was Rang neun in der Tageswertung und ebenso in der Meisterschaftstabelle einbrachte.

Ausführlicher Report von Axel Koenigsbeck bei Speedweek

Seitenwagen Veteranen Cup

Über 70 Jahre Motorclub waren auch ein Anlass zurückzublicken. Wie schon 2011 haben die Helden vergangener Tage mit ihren Seitenwagen die „guten alten Zeiten“ der 70er und 80er Jahre für ein paar Stunden wieder aufleben lassen.

Es gab ein Wiedersehen mit alten Stars aber auch mit den alten Motorrädern, die mit ihrem einzigartigen Sound nicht nur die Nostalgiker begeisterten.

Steht „Vintage-Motocross“ (VMX) auf dem Rennprogramm, denken viele Zuschauer, dass die Klassik-Rennen eher eine Art sonntäglicher Kaffeefahrt gleichen, bei der nur die alten Maschinen präsentiert werden. Aber weit gefehlt: Bei den älteren Herren ist der sportliche Ehrgeiz noch tief verwurzelt.

Wenn die Motoren brummen und die Konkurrenten am Gasgriff drehen, möchten die alten Haudegen immer noch wissen, wer der Schnellste ist. In der starken Spitzengruppe wird ebenso hart um den Sieg und die Plätze gekämpft wie in einem Rennen zur Deutschen Meisterschaft.

Möglich ist das ganze Spektakel nur durch den unermüdlichen Einsatz von Dirk Prill, der mit Volker Peppinghaus seit 2006 eine komplette Rennserie organisiert: „Seitenwagen Veteranen Cup"

Favorit ist auch in diesem Jahr wieder das deutsch/schweizerische Duo Dietmar Schmid/Bruno Kälin, das 2019 Cupsieger war.

So wurden sie auch Tagessieger vor Alexander Seubert/Torsten Seubert und Volker Barrabas/Moritz Barrabas. Alle Ergebnisse und Siegerehrung bis Platz 5.

ADAC Clubsport - Open

Nicht fehlen durften die Fahrer der Soloklasse, die es über die Hügel am Eyller Berg in der offenen ADAC-Clubsportklasse richtig fliegen ließen. Hier wurde der „Motocross-König vom Niederrhein“ von Fahrern aller Hubraum-Kategorien ausgefahren.

Gleich zu Beginn gab es einen Schockmoment als der Rheinberger Vinni Gallwitz, einer der Favoriten für den Tagessieg, auf der Startgeraden böse stürzte. Bei den Solofahrern gab es leider noch zwei weitere Unfälle, die ebenfalls mit einem Transport ins Krankenhaus endeten. Allen Verunglückten wünschen wir auf diesem Wege gute Besserung!

Nick Sauermann aus Neukirchen-Vluyn setzte die beste Trainingszeit, musste sich aber im ersten Rennen Jan Osswald aus Winnenden geschlagen geben. Im zweiten Schlagabtausch übernahm Sauermann vom Start weg die Führung. Osswald, der suboptimal gestartet war, konnte allerdings noch auf Rang zwei vorfahren, was dann auch Platz zwei in der Tageswertung sicher stellte.

Der Dürener Tom Pölderl sicherte sich mit zwei souveränen Fahrten Rang drei auf dem Siegerpodest.

Alle Siegerftototos + Ergebnisse

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Programmheft 1. Mai 2022 

von Roland Beyer 1. April 2025
Der Kamp-Lintforter Motorclub wurde bei der Planung des diesjährigen Motocross-Rennens mit dem Umstand konfrontiert, dass der Traditionstermin am 1. Mai durch eine enge Terminfolge von ADAC MX Masters am 26./27.4 und DM-Rennen in allen Soloklassen am 3./4. Mai in Dolle „eingerahmt“ war. Hinzu kam noch der am selben Wochenende im Niederländischen Oss terminierte WM-Lauf der Sidecars. Der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) sah sich außer Stande, einen weiteren Prädikatstermin zu vergeben. Damit den Motorsportfans trotzdem ein hochklassiges Sportprogramm geboten werden kann, wurde eine Vereinbarung zwischen dem ADAC Nordrhein MX-Cup und dem DAMCV (Deutscher Amateur Motocross Verband) getroffen, die den Amateursport auf ein neues Level heben soll.
von Roland Beyer 1. März 2025
Am Karnevalssamstag fand auf der Eisschnelllaufbahn in Grefrath erstmalig ein Mofarennen im Rahmen eines Teilemarktes und einer Show statt. Mit am Start Marcel Gellings, aktiver Motocrosser vom Motorclub und sonst auch beim Mofacross unterwegs. Als Schrauber stand ihm Michael Dammann zur Seite.
von Roland Beyer 27. Februar 2025
Bericht als PDF herunterladen
von Roland Beyer 30. Dezember 2024
2025 wollen wir den Sportbetrieb weiter verbessern. Dazu hat der ADAC Nordrhein MX-Cup Vereinbarungen mit dem DAMCV und Hessencup getroffen und seine Einschreibung auf Online umgestellt sowie das Regelwerk und die Klasseneinteilung weiter angepasst.
von Roland Beyer 20. Oktober 2024
Fotos vom Sonntag, 20. Oktober 2024 | Experten
von Roland Beyer 26. September 2024
Erwin Unshelm verstarb nach längerer Krankheit am 28. August 2024 im Alter von 70 Jahren. Über vier Jahrzehnte hatte er den ADAC Motorclub Kamp-Lintfort durch sein ehrenamtliches Engagement nach vollen Kräften unterstützt. Bis zum Jahr 2006 waren Erwin und seine Gitti, die ihre Motorsportbegeisterung mit ihrem Mann teilte, ein zuverlässiges Team. Gemeinsam engagierte sich das Ehepaar 24 Jahre bei der Organisation des traditionellen Motocross am 1. Mai auf der Rennstrecke am Eyller Berg, bis ins Jahr 2006, als Brigitte Unshelm viel zu früh verstarb. Im Jahr 1979 sprang der Funke beim ersten Rennbesuch über. Besonders begeistert waren die Beiden von den Männern in den Seitenwagen und ihren waghalsigen Fahrten .Drei Jahre später war das Ehepaar Unshelm dann hautnah am Renngeschehen dabei, als jeder einen Platz als Streckenposten besetze und so nicht nur für die Sicherheit der Rennfahrer sorgte sondern auch das Renngeschehen von exponierter Stelle verfolgen konnte Ab 1987 wechselten dann die Aufgaben. Während Erwin in die Organisation der Startaufstellung rückte, übernahm Brigitte die Fahrerkontrolle. Trotz seiner schweren Erkrankung erfüllte war Erwin Unshelm bis zum vergangenen Rennen 2024 noch seine Aufgabe – wenn auch nicht mehr mit voller Kraft. Da stand ihm sein Sohn Marvin tatkräftig zur Seite. Im Jahr 2010 war er in das „Vorstart“-Team eingetreten und wurde vom Vater in die Funktionärtätigkeit eingearbeitet. Durch den Tod von Erwin Unshelm verliert der ADAC Motorclubs Kamp-Lintfort einen treuen Mitstreiter. Seiner Familie und seinen Freunden wird er als liebevoller, fröhlicher, zuverlässiger Vater und Freund fehlen.
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Alljährliches Offroad-Training im Oktober für Jedermann
von Roland Beyer 27. Juni 2024
Einer der zuverlässigsten Streckenposten der alten Garde des MCKALI ist leider von uns gegangen. Schön das er unsere Veranstaltung am 1. Mai noch mal besuchen konnte. Paul Thiel ist am vergangenen Dienstag verstorben. Die Beisetzung ist schon morgen, Freitag, den 28. Juni 2024 auf Kamp, im Anschluss einer Messe, die um 10 Uhr im Kloster stattfindet.
von Roland Beyer 4. Juni 2024
Das deutsch-belgische Gespann fand vor vier Jahren zusammen und machte in Sachen Fahrtechnik und Teamwork stetig Fortschritte. Aktuell liegt Jan Hoormann vom Motorclub Kamp-Lintfort mit seinem Beifahrer Andy Schlinnertz auf Rang sieben in der Deutschen Meisterschaft – trotz eines Ausfalls beim letzten Rennen im Thüringischen Geisleden. Zum ersten WM-Einsatz überhaupt machte sich das Team vor zwei Wochen auf den Weg nach Plomion in Frankreich , wo auch Qualifikation am Samstag für Rennen glückte. Nicht so glücklich lief es jedoch in den Rennen am Sonntag. Ein Ausfall und Platz 25 waren nicht die erhofften Resultate. Am vergangenen Wochenende führte die Reise dann zum zweiten WM-Lauf ins tschechische Kramolin . Nach heftigem Regen stand die Piste am Samstag weitgehend unter Wasser. Die angesetzten Trainings und Qualifikationsrennen wurden komplett abgesagt. Am Sonntagmorgen war die Strecke wieder befahrbar. Trotz der schwierigen Bedingungen waren die von „Weber #Werkeholics“ gesponserten Hoormann/Schlinnertz schnell genug, um sich einen Startplatz für die beiden Rennen zu sichern.
von Roland Beyer 8. Februar 2024
MX Nationals + Ladies Cup
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