Start ins Ungewisse

Jan Hoormanns erstes Jahr bei den Profis in der Quad-DM

Jan Hoormann, heute 20 Jahre alt, war schon von Kindesbeinen mit dem Motocross in Berührung. Papa Ralf, seit Jahrzehnten international im Motocross und Enduro erfolgreich, war schon ein großes Vorbild.
So war es fast unvermeidlich, dass Jan im Alter von nur 15 Jahren zum ersten Mal auf einem Quad die ersten Trainingseinheiten auf einer Motocrosspiste absolvierte: Allerdings mit einem Motor, der nur 250-Kubikzentimeter Hubraum hatte und knapp über 40 PS von sich gab.

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3. DM-Lauf im hessischen Aufenau. Superstart von #184 Jan Hoormann, in der Mitte #101 Joe Maessen (Deutscher Meister 2014) und rechts #151 Ingo ten Vregelaar (Vize-Meister 2014). Foto: Josef Hejnal

2010 war der Youngster dann soweit, um die ersten Rennen zu bestreiten. 2011 war Jan Hoormann bester Nachwuchsfahrer beim MX-CUP und 2012 bereits Fünfter in der Gesamtwertung. In der folgenden Saison wurde aufgerüstet. Clemens Eicker aus Rayen stellte eine E.-ATV mit einem 450-Kubikzentimeter-Triebwerk zur Verfügung. Damit sprangen für den Gelderner dann sogar einige Top-3-Platzierungen heraus.
Ermutigt durch die Erfolge fasste der Fahrer des Motorclubs Kamp-Lintfort für das Jahr 2014 den Entschluss, sich bei der Deutschen Meisterschaft der harten Konkurrenz im Profilager zu stellen.
Angepeilt war, im Teilnehmerfeld von über 40 Fahrern aus sieben Nationen, in der Quad-DM unter den Top 15 zu landen.
Die Reise ins Ungewisse führte zu acht Rennstrecken kreuz und quer durch die Republik. Um das Projekt finanziell zu stemmen, gab es Unterstützung von Clemens Eicker/E.-ATV, Zweiradsport Schmitz aus Mechernich-Obergartzem (Eifel) und dem Motorclub Kamp-Lintfort.

Auf und Ab bei den Rennen

Nach guter Vorbereitung ging es Ostern zum Auftakt ins “heimische” Grevenbroich. Ernüchterung nach den beiden Rennen: Trotz schneller Zeit in der Qualifikation verhinderten "dicke Arme" in den darauf folgenden Wertungsläufen die Fahrt in die Punkteränge.
Mit frischem Mut ging es eine Woche später an die polnische Grenze ins ostdeutsche Wriezen. Fern der Heimat gabs die ersten Punkte, die für den 12. Platz reichten. In den folgenden Aufeinandertreffen in Aufenau und Prisannewitz lief es ähnlich gut.
Doch folgte wieder ein Rückschlag im schwäbischen Reutlingen. Nach einem kapitalen Sturz ging Hoormann trotzdem ins Rennen, biss die Zähne zusammen und konnte zweimal punkten.
Die Sturzfolgen waren allerdings so heftig, dass ein Start beim sechsten Meisterschaftsmeeting in Tessin (Mecklenburg-Vorpommern) unmöglich war.

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Jan Hoormann mit Vater Ralf, der als Mechaniker und Betreuer bei jedem Rennen mit Rat und Tat dabei ist.

Wieder fahrtüchtig, setzte der E.-ATV-Pilot die Meisterschaftstournee im norddeutschen Vellahn fort, die mit dem letzten Lauf zur Deutschen Quad Meisterschaft auf der Schwäbischen Alb im schönen Gerstetten einen versöhnlichen Abschluss fand.
Am Ende reichte es für den jungen Mann vom Niederrhein mit 81 Punkten zu Rang 17 in der Meisterschaft. Im "innerdeutschen" Ranking steht Jan Hoorman auf Platz acht.

Das Fazit von Jan zu seinem DM-Abenteuer: “Die Leistungsunterschiede zwischen der DM und den bisherigen Serien, die ich fuhr, sind doch schon sehr hoch. Bei einigen Läufen war ich vom Kopf her nicht ganz frei und zu verkrampft. So konnte ich die Leistung nicht abrufen, die ich sonst problemlos zeigen kann."
Im nächsten Jahr will Jan Hoormann wieder die Deutsche Meisterschaft den Erfolg suchen, wird aber auch beim ADAC MX-Cup und Hessencup an den Start gehen.

Aktualisierung: 22.10.2014 - 09:18 / Redakteur: Roland Beyer
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