Motocross für alle!

60. Int. ADAC Motocross 30. April/1. Mai 2011


Wasser marsch!

Knapp über 4000 Zuschauer am Tag der Arbeit waren bei bestem Motocross-Wetter zum 60. ADAC Motocross an den Eyller Berg gepilgert, um ein abwechselungsreiches Programm zu sehen. Zwei-, Drei- und Vierräder waren am Start, dazu noch die verrückten Freestyler von fmx4ever.

Der Samstag gehörte allein dem ADAC Nordrhein MX Cup, wo es beim Jubiläumsrennen in der Klosterstadt in drei Klassen vor rund 800 Zuschauern um den Tagessieg, Meisterschaftspunkte oder Punkte um den Aufstieg in die höhere Leistungsklasse ging. Zu später Stunde flogen anschließend die Freestyler der Abendsonne entgegen. Der folgende "Heißeste Tanz in den Mai" ging dann bis in die Morgenstunden.
Da die Rennstrecke in einem Landschaftschutzgebiet liegt und die Wohnbebauung im Laufe der Jahre bis auf acht Meter an die Rennstrecke vorgerückt ist, können auf dem Renngelände keine permanenten Einrichtungen, wie ein befestigtes Fahrerlager, Zeitnehmerturm oder Bewässerungsanlage installiert werden. So wurde ein ambulantes Bewässerungssystem eingerichtet – gespeist aus zwei Hydranten und zwei Tankwagen mit je 15.000 Litern Fassungsvermögen, die von der Firma B&B zur Verfügung gestellt wurden. So konnte die Staubentwicklung in akzeptablen Grenzen gehalten werden.

Deutsche Meisterschaft Quads

Joe Maessen ließ nichts anbrennen - Verfolger im Pech

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Joe Maessen, Deutscher Meister 2010, sah in beiden Läufen als Erster die Zeilflagge von Edmund Schwiers. (Foto: Friedhelm Blissenbach)

Beim ersten Meisterschaftslauf der Saison der Quads hatte sich wieder ein internationales Feld mit 29 Topfahrern aus sechs Nationen dem Starter gestellt. Der größte Pechvogel war Stefan Schreiber.

Nach deutlicher Trainingsbestzeit platzte der Motor seines Quads in beiden Läufen in aussichtsreicher Position. In Lauf 1 hüllte sich sein Gefährt vier Runden vor Rennende spektakulär in eine mächtige blaue Wolke..

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Der Tscheche David Tusl, hier imKampf mit den Konkurrenten, drehte im ersten Lauf die schnellste Rennrunde. (Foto: Friedhelm Blissenbach)

Das gleich Schicksal ereilte den Mann aus Winnenden in der letzten Runde im zweiten Lauf, wobei der Vorgang noch durch ein paar Flammen aus den Auspuff garniert wurde.
Fast genau so unglücklich aber weniger spektakulär verabschiedete sich auch Ingo ten Vregelaar kurz vor Rennende aus beiden Läufen.
Der amtierende und erste Deutsche Meister Joe Maessen ließ, wie im Vorjahr, nichts anbrennen. Die Verfolger waren zahlreich und wechselten häufig.

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Für Vizemeister Kevin Ristenbieter lief es am Eyller Berg nicht rund. (Foto: Friedhelm Blissenbach)

David Tusl drehte im ersten Lauf die schnellste Rennrunde. Trotzdem reichte es dem Tschechen nicht, um am Meister vorbei zu ziehen. Zwei dritte Plätze genügten dann aber nur für Platz drei auf dem Podest.

Rang zwei ging an den erst 17-jährigen holländischen "Sandhasen" Mike van Grinsveen, der mit einem 4/2 Resultat mit Tusl nach Punkten gleichzog.
Nicht zufrieden sein konnte Vizemeister Kevin Ristenbieter. Für den Golzener lief es von Beginn an nicht rund.

Der wilde Ritt nach einer Startkollision im ersten Lauf endet auf Rang 10. Im zweiten Lauf sollte alles besser werden. Eine 20er-Wertung war greifbar nahe, als der rechte Vorderreifen nur noch auf der Felge schlabberte und die Fahrt in der vorletzten Runde stoppte.

Eine beachtliche Leistung vollbrachte Sina Willmann. Die junge Crosserin blieb beim ersten Start hängen und hechelte dem Feld hinterher. Der Einsatz wurde noch mit einem Punkt belohnt. Dass sie es noch besser kann, zeigte die Reichshoferin im 2. Lauf mit Platz 10. Da hatten etliche männliche Gegner das Nachsehen.

ADAC-Nordrhein-MX-Cup

Leistungsklasse 1 mit starker Besetzung

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Sieger am Eyller Berg: Frank Jansen-Teitz (Foto: Friedhelm Blissenbach)

Erstmals ging auch ein Rennen ADAC-Nordrhein-MX-Cup in der Leistungsklasse 1 über die Bühne. Das vollbesetzte Fahrerfeld zeigte den Fans attraktiven Motorsport.
Die Frage war, wer würde Jürgen Küppers, Seriensieger der vergangen Jahre am Eyller Berg in der Clubsportklasse, schlagen können.
Würde es vielleicht einem eigenen Schüler des MX-Lehrers gelingen oder hat der kurzfristig nachgemeldete IMBA-Champion Frank Jansen-Teitz die Favoritenrolle. Die Frage schien schon nach dem Zeittraining geklärt.

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Immer noch schell unterwegs: Jürgen Küppers (Foto: Friedhelm Blissenbach)

Jansen-Teitz war fast drei Sekunden schneller als Mike te Beest, Marcel Kurtenbach, Jürgen Küppers und Alexander Hübner, die alle 1,56er Zeiten auf der Uhr hatten.

In den Rennen blieb Küppers vom Start weg ständiger Verfolger von Jansen-Teitz ohne je in Schlagdistanz zu kommen. Jansen-Teitz machte keine Fehler und so waren Platz 1 und 2 kampflos besetzt.

Spannend wurde das Gefecht um den dritten Podestplatz.

Tim Münchhofen, der schon Jahre in der DM und auch holländischen Meisterschaft startet, konnte mit einem 5/3-Ergebnis Alexander Hübner verdrängen, der mit einem 3/5-Resultat nach dem ersten Lauf noch große Hoffnungen hatte. Doch Hübner schaffte es in Lauf 2 nicht Marco Cremer hinter sich zu bringen.

Vom Motorclub waren Oliver Treeter, Ansga Kranen und Marc Lichtherz im Rennen. Alle drei konnten nicht in die Punkte fahren, wobei Treeter schon auf einen Platz unter den Top ten gehofft hatte.

Seitenwagen-Veteranen-Cup

33 Seitenwagen-Veteranen machten mächtig Dampf

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Willem Nijland/Dennis Steenbergen hatten nach dem Rennen gute Laune: Bestmarke im Training und Tagessieg. (Foto: Friedhelm Blissenbach)

Die 33 Seitenwagen-Veteranen machten mächtig Dampf und ließen die alten Zeiten wieder aufleben. Baujahr 1985 war die Altersgrenze für die Motocross-Klassiker. Trotzdem wurden die alten Schätzchen hart herangenommen. Die Titelverteidiger Dietmar Schmid/Mario Meusburger mussten leider verletungsbedingt passen.

Die holländische Kombination Jan Willem Nijland/Dennis Steenbergen auf Wasp-Yamaha setze im Training die Bestmarke dicht gefolgt von Patrick Nieuwenhuisen/Andreas Wohlert auf Wasp-Hedlund.

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Ralf Janßen, Sportleiter des Motorclubs Kamp-Lintfort bekam eine Wildcard und schlug sich mit Beifahrer Detlef de Cloe auf einer Wasp-Yamaha wacker. (Foto: Wolfgang Schilling)

Doch die holländisch-deutsche Fahrgemeinschaft hämmerte ihr Gespann mit dem V2-Motor im ersten Lauf vehement um den Kurs und behielt gegen Nijland/Steenbergen die Oberhand.

Die Trainigsschnellsten drehten aber beim zweiten Schlagabtausch den Spieß um und gewannen die Tageswertung. Peter Pitz/Daniel Groß hielten im zweiten Lauf mit ihrer EML-Yamaha dagegen und Patrick Nieuwenhuisen/Wohlert hinter sich.

Das reichte für den dritten Gesamtrang und zur Führung in der Cup-Wertung.

Für die Plätze 4 und 5 gab es auch noch Blumen und Pokale,

die von Volker & Moritz Barrabas nach Welzheim sowie von Holger & Norman Ruch nach Wiehl geholt wurden.

Veteranen-Cup-Organisator Dirk Prill verpasste mit seinem Co Edwin Magnus knapp die Pokalränge. Eine Wildcard gab es für den Sportleiter des Motorclubs Kamp-Lintfort, Ralf Janßen, der sich ohne Training mit Beifahrer Detlef de Cloe auf einer Wasp-Yamaha ins Rennen stürzte. Ein Clubmitglied bemerkte am nächsten Tag, dass der Sportleiter doch „einen etwas merkwürdigen Gang“ habe.

10. Freestyleshow am Eyller Berg

Fette Show mit fmx4ever

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Von den Fans umjubelt, von links: Martin Koren (CZE), der Youngster Tomas Lysacek (CZE) und Morgan Carlson (SWE). Foto: Wolfgang Schilling

Das Team fmx4ever von Jimmy Verburgh bot an beiden Tagen eine fette mit drei Fahrern das Publikum.

Morgan Carlson (SWE), Martin Koren (CZE), und Stehaufmännchen Tomas Lysacek (CZE) griffen tief in die  Trickkiste um die Fans mit  Backflips und haarsträubenden Whips bei dem kleinen Jubläum zu begeistern - und das auch am Samstag, totz heftiger Windböhen und gegen die tief stehende Abendsonne.

Aktualisierung: 20.09.2017 - 17:29 / Redakteur: Roland Beyer
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Impressionen 2011

Fotos von Friedhelm Blissenbach und Wolfgang Schilling

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