Ralf Hoormann trotz Sieg „nur“ Vizemeister

Titelentscheidung im Deutschen Quad-Enduro-Pokal heute in Kempenich gefallen

Der amtierende Champion vom ADAC Motocrclub Kamp-Lintfort machte seine Ankündigung „voll auf Sieg zu fahren“ wahr und siegte, wie schon im Vorjahr auf der schönen im Eifelörtchen Kempenich, nahe dem Nürburgring bei sehr guten äußeren Bedingungen.

Obwohl Ralf Hoormann schon vor Beginn der ersten von drei 80 Kilometer langen Runden durch abwechslungsreiches Gelände „kein gutes Gefühl in der Magengegend“ hatte, das auch während der ersten Runde nicht nachließ, und der EATV-Pilot „sehr verkrampft“ sein Quad durchs Gelände lenkte, waren die ersten Zwischenergebnisse besser als erwartet.

Hoormanns Husarenritt

Der Gelderner meisterte dann alle weiteren Etappen der insgesamt 240 harten Geländekilometer fehlerfrei und spielte in Sonderprüfungen, wo jeder kleinste Fahrfehler den Sieg kosten kann, seine ganze Routine aus und holte aus den insgesamt sechs Prüfungen die kürzeste Gesamtzeit.
Zur Titelverteidigung reichte Hoormanns Husarenritt leider nicht, denn der neue Meister Jürgen Mohr (Mistelgau-Obernsees) behielt auf seiner Polaris die Nerven und fuhr mit Rang drei der Tageswertung die nötigen Punkte für den Titelgewinn ein.

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Ralf Hoormann zum Saisonende auf seinem EATV-Quad in Bestform

Uwe Beese (Wardenburg) tat auf seiner Yamaha alles, um seinen zweiten Platz im Deutschen Quad-Enduro-Pokal zu behaupten. Doch Hoormann verwies den Oldenburger in der Tageswertung auf Rang 2, so dass dann wenigstens der Vizetitel auch zur besonderen Freude des EATV-Teams von Clemens Eicker, Rayen, an den Niederrhein ging. Die Endabrechnung: Mohr 70 Punkte, Hoormann 66 Punkte und Beese 64 Punkte.

Ein Wermutstrpofen bleibt trotz des Erfolgs: „Wäre nicht das Pech mit dem Wetter beim Saisonstart und beim zweiten Wettbewerb der Hader mit der Zeitnahme gewesen, ja dann war sicher in dieser Saison mehr drin“, so der entthronte Meister.
Jetzt wird trotzdem erst einmal gefeiert. Doch vor der anstehenden Winterpause gibt es dann zum Saisonabschluss am 8. November mit dem schon traditionellen „Gelderlandenduro“ ein echtes Highlight, für das schon einige hundert Solo-Enduroristen und auch über 40 Quadfahrer ihren Start in Geldern angekündigt haben.

Danach ist dann Zeit für den mittlerweile 45-jährigen Motorsport-Enthusiasten zu überlegen, ob er im kommenden Jahr noch einmal angreifen will, um die aktive Laufbahn mit einer rundherum gelungenen Saison in einer Motorsportart zu beenden, die er selbst in Deutschland mit begründet hat.

Aktualisierung: 17.11.2009 - 23:03 / Redakteur: Roland Beyer
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Ralf Hoormann, Vizemeister 2009 bei den Quad-Enduros

Endurofahren

...ist kein Langstrecken-Motocross

Beim Enduro werden, nicht wie beim Motocross, mit allen Fahrern gleichzeitig ein paar schnelle Runden gedreht, sondern der Endurofahrer ist über viele Stunden in schwierigem Gelände und teils auf öffentlichen Straßen unterwegs und hier auf sich gestellt.

Priorität hat hier erst einmal das Durchkommen und Einhalten der oft knappen Fahrzeiten. Das erfordert Durchhaltevermögen von Mensch und Material, Weitsicht bei den Fahraktionen und Feingefühl für Gasgriff und Bremse.

Die Entscheidung über Sieg und Platzierungen fällt allerdings in den Sonderprüfungen. Die abgesteckten Pisten dürfen vorher nicht mit dem Motorrad oder Quad erkundet werden und müssen von den Enduristen in möglichst kurzer Zeit durcheilt werden.