Ralf Hoormann: Titelverteidigung nur mit Hilfe von "Fortuna"

Titelentscheidung im Deutschen Quad-Enduro-Pokal am 25. Oktober in Kempenich

Das nötige Glück fehlte dem amtierenden Champion bereits im März bei der Auftaktveranstaltung in der "Samtgemeinde" Uelsen, im westlichen Zipfel Niedersachsens direkt an der Grenze zu den Niederlanden.
Bei extrem schlechten Wetterbedingungen war das Mitglied des ADAC Motocrclubs Kamp-Lintfort in der Sonderprüfungen der Schnellste. Doch auf einer Verbindungsetappe konnte Hoormann durch die widrigen Bedingungen die vorgeschriebene Fahrzeit nicht einhalten und kassierte Strafpunkte, die ihn auf Platz fünf zurückwarfen.

Hader mit der Zeitnahme

Die zweite vor vier Veranstaltungen ging dann Anfang Mai in Schwarzenbek, Schleswig-Holstein, bei guten Bedingungen durch das Gelände. Hier war der Titelverteidiger schnell und fehlerfrei unterwegs. Als am Ende nur der 3. Platz heraussprang, haderte der Gelderner mit der Zeitnahme: "Es gab keine elektronische Zeitmessung und beim manuellen Stoppen waren die Leute wohl überfordert und hatten einiges durcheinander gebracht.

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Titelchancen gewahrt

Beim dritten Schlagabtausch um die Krone der Quad-Enduristen ging es im August in den Teutoburger Wald nach Leopoldshöhe.
Hier wahrte Ralf Hoormann durch einen souveränen Sieg die letzte Chance am Ende der Saison doch noch die Meisterschaft für das Team EATV von Clemens Eicker nach Rayen zu holen.

Die Ausgangslage, wenn es zur Schlussoffensive am 25. Oktober nach Kempenich in die Eifel geht: Hoormann mit 46 Punkten auf Platz drei, hinter Uwe Beese aus dem oldenburgischen Wardenburg (Yamaha, 47 Punkte) und dem Führenden Jürgen Mohr (55 Punkte, Polaris) aus dem fränkischen Mistelgau-Obernsees.

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Ralf Hoormann drehte beim gestrigen Training am Eyller Berg ein paar schnelle Runden, um sich für die Meisterschaftsentscheidung noch einmal in Höchstform zu bringen.

"Ich habe nichts zu verlieren und werde voll auf Sieg fahren..."

Den Vizetitel kann der EATV-Pilot noch aus eigener Kraft holen, aber um Mohr noch von den Titel wegzuschnappen, muss "Fortuna" diesmal mitspielen, denn bei einem Sieg von Hoormann dürfte Jürgen Mohr nur maximal Achter werden.
Von den hinteren Rängen droht keine unmittelbare Gefahr. Hier hält der bayerische EATV-Teamgenosse Josef Schneider mit 34 Punkten respektvoll Abstand.
In dieser Situation hat Ralf Hoormann eine einfache Strategie: "Ich habe nichts zu verlieren und werde voll auf Sieg fahren. Die übrigen Dinge kann ich nicht mehr beeinflussen. Die Entscheidung ist erst gefallen, wenn alle Titelaspiranten die schwarz-weiß-karierte Flagge gesehen haben."

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Der Fahrer vom Motorclub hofft, dass seine Konkurrenten ihn beim letzen Wettbewerb nur aus dieser Perspektive sehen.

Aktualisierung: 19.10.2009 - 12:51 / Redakteur: Roland Beyer
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Ralf Hoormann,amtierender Champion bei den Quad-Enduros

Endurofahren

...ist kein Langstrecken-Motocross

Beim Enduro werden, nicht wie beim Motocross, mit allen Fahrern gleichzeitig ein paar schnelle Runden gedreht, sondern der Endurofahrer ist über viele Stunden in schwierigem Gelände und teils auf öffentlichen Straßen unterwegs und hier auf sich gestellt.

Priorität hat hier erst einmal das Durchkommen und Einhalten der oft knappen Fahrzeiten. Das erfordert Durchhaltevermögen von Mensch und Material, Weitsicht bei den Fahraktionen und Feingefühl für Gasgriff und Bremse.

Die Entscheidung über Sieg und Platzierungen fällt allerdings in den Sonderprüfungen. Die abgesteckten Pisten dürfen vorher nicht mit dem Motorrad oder Quad erkundet werden und müssen von den Enduristen in möglichst kurzer Zeit durcheilt werden.